DIE KULTUR VON SAN PEDRO DE ATACAMA

 

Es wird geschätzt, dass vor 11.000 Jahren die ersten Völkergruppen im hohen Norden Chiles sesshaft wurden, und sie wählten dafür das Gebiet um Puno aus, sowie die Schluchten der Atacama-Wüste.

 

Die Atacamer waren das Ursprungsvolk und Gründer der sogenannten “Kultur San Pedro”, und sie verbreiteten sich im Flussbett des Loa und allen Oasen der Atacama-Wüste.

 

Sie waren die ersten Bauern, und somit das erste sesshafte Volk des Landes. Da es sehr wenig fruchtbaren Boden gab, bauten sie Terrassen für den Anbau an den Hängen der Hügel, die sie künstlich bewässerten und mit Lama-Dung anreicherten. Ihre wichtigste Wirtschaftsaktivität war daher die Landwirtschaft, mit beachtlichen Kulturen von sieben Mais-Arten, Quinoa, Bohnen, Kaktus-Früchten, Baumwolle, Kürbisse, Kartoffeln u.a.

 

Auch betrieben sie Viehzucht, insbesondere mit Lamas und Alpacas, von denen sie das Fleisch und die Wolle nutzten. Außerdem benutzten sie die Tiere als wichtigstes Transportmittel, um einen lebendigen Handel mit den Küstenvölkern zu treiben.

 

Ihren Kunsthandel entwickelten sie mit der Keramik, der Webkunst, dem Korbflechten, dem Holzschnitzen und der Metallverarbeitung vor allem mit Kupfer und Bronze. Berühmt sind die „Tabletas von Rapé“ und ähnliche aus Holz gemachte Rohre der Schamanen.

 

Was ihre Religion betrifft, weiß man, dass sie an ein Leben nach dem Tod glaubten und dass sie ihre Toten mit Kleidung und Nahrungsmittel bestatteten für die Reise in das Jenseits.

Sie ehrten die verschiedenen Naturkräfte. Tempel und Gebetsstätten wurden nicht entdeckt.

 

Die Atacamer sind die am weitesten entwickelte prä-kolumbische Kultur in Chile. Bei der Ankunft der Spanier verhielten sie sich als friedliches Volk den Expeditionen von Diego de Almagro und Pedro de Valdivia gegenüber, die Mitte des 16. Jahrhunderts kamen, um sich in den Wüsten-Oasen mit Vorräten zu versorgen.